Die Redaktion von HALALI präsentiert Ihnen monatlich einen Auszug interessanter Fernsehberichte zum Thema Jagd, Natur und Lebensart.

 

Kurzfristige Programmänderungen sind möglich.

 

Zeitraum: 01. bis 31. Dezember 2018


Montag, 3. Dezember, arte, 6.15 Uhr

 

Wie Tiere fühlen

 

Ein beleidigter Hund, ein gerechter Wolf, ein verständnisvoller Elefant: Sind Tiere fähig, sich in andere hineinzuversetzen? Haben sie Mitgefühl? Sind sie empathisch, altruistisch, fair und gar gerecht? Neue Erkenntnisse aus der Verhaltensforschung scheinen zu revolutionieren, was man bisher über die Gefühlswelt der Tiere wusste.

Dass es schlaue Tiere gibt, ist mittlerweile bekannt. Auch Primäremotionen wie Freude oder Trauer sind in der Tierwelt verbreitet. Die Dokumentation „Wie Tiere fühlen“ geht der Frage nach, ob Tiere sogar über komplexe Gefühle wie Empathie, Altruismus, Fairness und Gerechtigkeit verfügen.

Der Verhaltensbiologe Frans de Waal erforscht an der Emory University in Atlanta, ob Tiere fair sind und wie sie kooperieren. Für ihn ist klar: „Wenn sich ein Individuum egoistisch verhält, wird es in Zukunft Schwierigkeiten haben. Auf lange Sicht lohnt sich Egoismus nicht.“ Die Kooperationsfähigkeit von Tieren wird mit dem sogenannten String-Pulling-Test überprüft. Dabei kommen Tiere nur an Futter, wenn sie zusammenarbeiten.
 

 

Donnerstag, 6. Dezember, National Geographic WILD, 14.30 Uhr

 

Wildes Europa: Die großen Wälder

 

Europa war einst komplett mit Wald bedeckt. Aufgrund der letzten Eiszeit, die vor rund 15.000 Jahren endete, schrumpften diese Gebiete dann dramatisch zusammen. Heute haben sich die Waldbestände jedoch erstaunlich gut erholt und umfassen eine Fläche, die 30 Mal so groß ist wie Polen. "Wildes Europa" reist in durch mediterrane Korkwälder, sommergrüne Eichen-Buchen-Mischwälder sowie die borealen Nadelwälder des Nordens und stellt die dort lebenden tierischen Bewohner vor.

 

Freitag, 7. Dezember, N24 DOKU, 14.05 Uhr

 

Auf Leben und Tod - Vorsicht Platzhirsch!

 

In bedrohlichen Situationen kann eine einzige Tat über Leben und Tod entscheiden. Wie kann sich ein Mann vor einem wütenden Hirsch retten? Die Doku-Reihe "Auf Leben und Tod" zeigt extrem gefährliche Momente und stellt den Zuschauer vor die wohl kniffligste Frage: Was würdest du tun?

 

Mittwoch, 12. Dezember, NDR Fernsehen, 20.15 Uhr

 

Expeditionen ins Tierreich

 

Wildes Deutschland - Die Zugspitze - Eine Reise auf den höchsten Berg Deutschlands Die Zugspitze ist mit 2.962 Metern der größte Gipfel des Wettersteingebirges. Für viele ist der höchste Berg Deutschlands Inbegriff für Übererschließung, Massentourismus und Raubbau an der Natur.

Doch die Zugspitze hat auch eine andere, unbekannte Seite. Abseits der Touristenscharen finden sich einsame und noch fast unberührte Winkel und Täler. Hier verbergen sich vielfältige Lebensräume mit zahlreichen Naturschätzen.

Das Zugspitzmassiv ist der einzige Ort in Deutschland, der bis in die Regionen von ewigem Schnee und Eis hinaufreicht. Eine Attraktion und Reise wert, doch hat der Berg weitaus mehr zu bieten. So finden sich an seinen Flanken Highlights wie zum Beispiel die spektakuläre Partnachklamm oder der wildromantische Eibsee, der wegen seines türkisblauen Wassers und seiner malerischen Buchten oft auch "Bayerische Südsee" genannt wird.

Jürgen Eichinger zeigt in seinem Film eine faszinierende Reise vom Tal zum Gipfel, von einer prallen Fülle des Lebens bis in scheinbar unwirtliche Gipfelregionen. Er steigt an den Ufern eines Wildbachs auf und zeigt, wie sich mit der Höhe die Vegetation und das Landschaftsbild samt seiner Bewohner verändern. Man erfährt auch, weshalb mit zunehmender Höhe der Artenreichtum von Flora und Fauna abnimmt und wie sich Tiere und Pflanzen an diese harten Umweltbedingungen anpassen, um dort zu überleben.

Der erste Eindruck eines Hochgebirges mag der einer leblosen, nackten Stein- und Eiswüste sein. Im Gegenteil ist es jedoch reich gefüllt mit Leben. Im Laufe von Jahrmillionen haben zähe Tier- und Pflanzenarten gelernt, Unwettern und Wintereinbrüchen zu trotzen. Alpenschneehuhn, Gämse und Murmeltier tragen ein isolierendes Haarkleid. Kreuzotter, Bergeidechse und Alpensalamander nutzen mit ihrer dunklen Färbung die schwache Wärmestrahlung bestmöglich aus.

Mit zunehmender Höhe wird der Wildbach mehr und mehr die Lebensader für extrem unterschiedliche Lebensräume. Doch schon binnen weniger Jahre wird er weitgehend versiegt sein, denn seine Quelle, der Zugspitzgletscher, schmilzt durch die Klimaerwärmung dahin. Damit steht auch den Bewohnern an seinen Ufern ein neuer, in dieser Form noch nie da gewesener Überlebenskampf bevor.

Jürgen Eichinger ist es gelungen, einzigartige Bilder von der Zugspitze einzufangen. Mit einer Drehzeit von drei Jahren ist der Film wohl der aufwendigste, der über Deutschlands höchsten Berg gemacht wurde. Auch das ist ein Superlativ der Zugspitze.

 

Donnerstag, 13. Dezember, Bayerisches Fernsehen, 10.25 Uhr

 

Wildes Deutschland: Vorpommerns Küste

 

Die Natur an Vorpommerns Küste ist außergewöhnlich: Die einzigartige Landschaft der Bodden steht seit 1990 unter strengem Schutz. Der Nationalpark ist mit über 80.000 Hektar neben den beiden Parks am Wattenmeer das größte Schutzgebiet Deutschlands, das vielfältigste Gebiet ist es allemal. In den Buchenwäldern von Jasmund am Rande der weißen Klippen ziehen Dachse und Damhirsche ihre Jungen auf.

 

Freitag, 14. Dezember, Bayerisches Fernsehen, 10.35 Uhr

 

Winterwelten

 

Die Filmemacher Annette und Klaus Scheurich haben auf ihrer Winterreise durch die Natur Deutschlands zauberhafte Bilder von weißen Schneelandschaften eingefangen. In eindrucksvollen, aber auch heiteren und humorvollen Aufnahmen, zeigen sie, wie die heimische Tierwelt über den Winter kommt.

Der Winter ist eine Zeit voller Gegensätze. Neuschnee umhüllt Berge und Täler mit einem weißen Schleier und verzaubert das Land auf märchenhafte Weise. Glitzernde Eisskulpturen entstehen wie zerbrechliche Kunstwerke aus Kälte und Wasser. Und wenn die Sonne scheint, funkelt die Welt plötzlich in einem ganz neuen Licht. Für viele Tiere beginnt jedoch eine Zeit der Entbehrungen und ein täglicher Kampf ums Überleben. Ob Fuchs, Maus, Wildschwein, Hirsch, Eichhörnchen oder Vogel – jeder versucht auf seine Weise dem Hunger und der Kälte zu trotzen.

Ein dichtes Winterfell oder Daunenkleid schützt vor der Kälte, aber die Nahrung ist für alle knapp. Hirsche fahren ihren Stoffwechsel herunter, um mit dem kargen Futter auszukommen und bewegen sich möglichst wenig, um keine Energie zu verschwenden. Wasservögel müssen sich bewegen, denn sonst frieren sie auf dem Eis fest. Eichhörnchen haben gut vorgesorgt und machen sich auf die Suche nach ihren heimlichen Nahrungsvorräten, die sie bereits im Herbst versteckt haben.

Der Fuchs dagegen muss ständig jagen. Es ist kein leichtes Unterfangen unter dem Schnee Mäuse zu fangen, und häufig auch vergebens. Die Strategien der Natur sind vielfältig und voller Wunder und führen oft zu erstaunlichen, aber auch heiteren Begebenheiten.

 

Donnerstag, 20. Dezember, rbb Fernsehen, 12.15 Uhr

 

Winter in Ostpreußens Zauberwald

Wiedersehen mit der Rominter Heide

 

In der Rominter Heide ist es im Winter ganz besonders still. Auf seiner filmischen Reise hat Wolfgang Wegner Land und Leute wiederentdeckt und Tiere beobachten können, die anderenorts in Europa längst verschwunden sind: Elche, Wölfe, Fischotter und sogar einen Luchs. Berühmt, beinahe legendär aber wurde die Rominter Heide durch ihre kapitalen Rothirsche, die Rominter Hirsche.

Die Welt des kleinen Glücks liegt im Nordosten Polens, nicht weit von Russland und von Litauen entfernt. In der Rominter Heide ist es im Winter ganz besonders still. Auf seiner filmischen Reise hat Wolfgang Wegner Land und Leute wiederentdeckt und Tiere beobachten können, die anderenorts in Europa längst verschwunden sind: Elche, Wölfe, Fischotter und sogar einen Luchs.

Berühmt, beinahe legendär aber wurde die Rominter Heide durch ihre kapitalen Rothirsche, die Rominter Hirsche. Sie machten einst Ostpreußens Zauberwald zum bevorzugten Jagdrevier der preußischen Monarchen.

Auf der winterlichen Reise in die Rominter Heide begegnet der Filmemacher Förstern und Waldarbeitern, einem Mann, der heute im ehemaligen Bahnhof von Szittkehmen lebt, dem Schweizer Jagdschriftsteller Andreas Gautschi, der hier seinen Lebensmittelpunkt hat, zwei jungen Leuten, die mitten im Wald eine kleine Pension betreiben und ihren Gästen köstliche Spezialitäten der Region servieren. Und er begleitet polnische Grenzschützer, die, seitdem Polen Mitglied der Europäischen Union ist, die europäische Außengrenze bewachen. Sie durchschneidet die Rominter Heide, die Puscza Romincka.

 

Donnerstag, 20. Dezember, 3sat, 13.20 Uhr

 

Europa ungezähmt

Die Alpen

 

Mit Gipfeln und über 82 Viertausendern liegt der mächtige Gebirgszug der Alpen mitten in Europa. Ihre schwer zugänglichen Hochgebirgsregionen bilden einen weitgehend naturbelassenen Lebensraum.

Oberhalb der Baumgrenze sind die Reviere der Murmeltiere. Sie legen große unterirdische Höhlensysteme an, die zum Schutz und Überwintern dienen. Dort können sie sich auch vor dem Steinadler in Sicherheit bringen, dessen Lieblingsspeise Murmeltiere sind. 1200 Adler-Paare haben sich in den Alpen wieder angesiedelt.
 

 

Freitag, 21. Dezember, Bayerisches Fernsehen, 10.25 Uhr

 

Wilde Heimat - Der Winter

 

Der Winter ist für die Tierwelt die härteste Zeit des Jahres. Es wird immer schwieriger, Beute zu machen. Aber es gibt auch Tiere, die ausgerechnet in eisiger Kälte ihren Nachwuchs bekommen.

Für Adler, Luchs und Fuchs wird es im Winter immer schwerer, Beute zu machen. Oft hängt ihr Überleben von den Opfern ab, die der Winter fordert. Doch es gibt auch Tiere, die ausgerechnet in eisiger Kälte ihren Nachwuchs bekommen: Kreuzschnäbel ziehen ihre Brut bevorzugt im Winter groß und an der Nordseeküste kommen zur Jahreswende die ersten Kegelrobbenjungen zur Welt.

Im Südwesten Deutschlands wird es schon im März merklich wärmer. Feldhasen beginnen mit der Paarung, und Wildschweine haben bereits Nachwuchs. Die Hochalpen sind dagegen noch weit über den Winter hinaus von Schnee bedeckt. So manche Lawine bringt eine Gams ums Leben und Kolkraben wie Steinadler bekommen ihre Chance.

Die Menschen begehen seit jeher gerade im Winter einige ihrer buntesten Feste: Lichtfeste wie Weihnachten, das nordfriesische Biikebrennen und der Hexensabbat haben ihren Ursprung in uralten vorchristlichen Winterritualen – eine Antwort auf die Dunkelheit der Jahreszeit.
 

 

Samstag, 22. Dezember, arte, 19.30 Uhr

 

Wilde Nächte - Wenn die Tiere erwachen

 

Wenn die Dunkelheit einbricht und die Menschen schlafen, erwachen nachtaktive Tiere wie Füchse, Marder und Uhus erst und trauen sich aus ihren Verstecken. Nur Spuren verraten ihr nächtliches Treiben, im Schutz der Dunkelheit suchen sie Partner, Reviere oder Nahrung. Der Tierfilmer Uwe Müller zeigt dank modernster Nachtfilm-Technik die mit perfekten Sinnen ausgestatteten Tiere und bringt für den Zuschauer Licht ins Dunkel der geheimnisvollen Welt der Nachtschwärmer.

Wenn die Dunkelheit einbricht, kommen sie zum Vorschein: Die Nachtigall singt ihr Lied, Glühwürmchen gehen leuchtend auf Brautschau, der Steinmarder kriecht aus dem Dachkasten, der Dachs verlässt das Kellerloch und der Waschbär klettert aus einem Schornstein, der ihm tagsüber als Schlafplatz diente. Diese Tiere sind nachtaktiv und leben inmitten von Städten. Denn hier gibt es Nahrung im Überfluss. Doch die im Schutz der Dunkelheit lebenden Gestalten bereiten den Menschen nebenbei unruhige Nächte: Siebenschläfer erkunden lautstark Häuser und Wohnungen, Marder knabbern an Autokabeln und Füchse versetzten Hühnerhöfe in Aufruhr.

Bei der Suche nach Partnern, Revieren oder Nahrung lauern für die nachtaktiven Lebewesen in Städten und Dörfern auch noch andere Gefahren: vor einem Jäger wie dem Uhu ist kaum ein Tier sicher. Uhus sehen bei Dunkelheit genauso gut wie andere nachtaktive Tiere. Aber sie bewegen sich auch noch nahezu lautlos. Das Leben im vermeintlichen Schutz der Dunkelheit ist eine permanente Gratwanderung zwischen Leben und Tod. Sobald die ersten Sonnenstrahlen am Horizont erscheinen, ist die Jagd vorerst beendet und die Nachtschwärmer machen sich wieder unsichtbar. Bis zur nächsten wilden Nacht!

Über zwei Jahre lang hat sich der Tierfilmer Uwe Müller auf die Lauer gelegt und so manche schlaflose Nacht verbracht. Um die mit perfekten Sinnen ausgestatteten Nachttiere vor die Kamera zu bekommen und ihr natürliches Verhalten einzufangen, brauchte er nicht nur Geduld. Mit modernster Nachtfilm-Technik ist es ihm gelungen, Licht ins unbekannte Leben der Tiere bringen.
 

 

Mittwoch, 26. Dezember, WELT, 20.05 Uhr

 

Die Foodtruckerin - Es gibt Wild

 

Wild ist fettarm, leicht verdaulich und lecker, doch in deutschen Haushalten kommt es erstaunlich selten auf den Tisch. Wildtiere ernähren sich natürlich, weshalb ihr Fleisch frei von Hormonen und Medikamenten ist. In dieser Folge legt Foodbloggerin und Köchin Felicitas Then selbst Hand an, begleitet Jäger auf der Pirsch und zeigt die besten Rezepte, um sich das daraus gewonnene Frischwild nach allen Regeln der Kochkunst schmecken zu lassen. 

 

Donnerstag, 27. Dezember, „Wild auf Natur – Ein 3sat-Thementag“ (ab 5.15 Uhr), 3sat, 5.15 Uhr

 

Der Wolf vor der Haustür

Ein Raubtier kehrt zurück

 

Der Wolf ist ein Raubtier, und seine Rückkehr macht den Menschen Angst. Jäger und Landwirte sind alarmiert: Wöchentlich kann man von getöteten Schafen und Rehen lesen.

Von der Lausitz bis zum Allgäu macht der Wolf Schlagzeilen. Schäfer Tino B. hat gut 20 Schafe verloren, dabei hat er drei Esel auf der Weide, die die Herde schützen sollen. Die üblichen Elektrozäune sind längst kein Hindernis mehr.

Der Schäfermeister bastelt an einem neuen Zaunsystem und lässt seine Tiere erstmal im Stall. Früher wollte jeder Schäfer mit seiner Herde der Erste auf der Weide sein, heute wartet man auf die anderen. Landwirte und Züchter fühlen sich in ihrer Existenz bedroht, zumal nur ein Teil ihrer Schäden ersetzt wird. Und nicht nur Nutztierhalter sind betroffen. In Dörfern, in denen ein Wolf gesichtet wurde, haben Familien Angst spazieren zu gehen, lassen Eltern ihre Kinder nicht mehr allein aus dem Haus.

Der Wolf darf nicht gejagt werden - er ist streng geschützt. Vor 150 Jahren wurde der Wolf in Deutschland ausgerottet, erst seit dem Fall der Mauer ist er wieder da. Er kam aus Polen und siedelte zunächst in der Lausitz, auf Truppenübungsplätzen und in ehemaligen Braunkohle-Tagebau-Gebieten. Heute ist der Wolf schon in fünf Bundesländern wieder heimisch, und die Wölfe vermehren sich: Zur Zeit sind es geschätzt 350 Tiere, die Deutschland durchwandern oder sesshaft geworden sind.

Die Wolfs-Gegner würden die Raubtiere am liebsten erschießen. Die Wolfs-Freunde dagegen plädieren für eine tierische Willkommenskultur, freuen sich über jedes neue Wolfsrudel und fordern mehr Lebensraum für den Rückkehrer. Matthias und Birgit Vogelsang leben und arbeiten mit Wölfen.

Die "ZDF.reportage" begleitet geplagte Landwirte und Schäfer, die den Abschuss der Wölfe fordern. Sind ihr Ärger und ihre Probleme nur Gejammer, oder ist der Schaden tatsächlich enorm? Und - ist ein konfliktfreies Zusammenleben mit dem Raubtier möglich?
 

 

Donnerstag, 27. Dezember, 3sat, 9.40 Uhr

 

Die Rückkehr der großen Raubtiere

Unterwegs mit drei Wildtierfotografen

 

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Bär im Trentino
Bildrechte: ZDF/SRF/Servizio Foreste e Fauna-Provincia Autonoma die Trento-Renato Rizzoli
 
 

 

Wolf, Luchs und Bär - vor rund 150 Jahren aus dem Schweizer Landschaften hinausgedrängt und ausgerottet. Jetzt sind sie wieder da und sorgen für Kontroversen.

Es gibt nur wenige Fachleute in der Schweiz, die viel über die rückkehrenden Raubtiere wissen. Unter anderen sind dies drei Wildtierfotografen: Laurent Geslin, Peter Dettling und David Bittner. Beat Häner begleitete sie bei Ansitzjagd und Pirsch mit der Kamera.

Laurent Geslin, der gebürtige Bretone, beschloss im Jahr 2010, von Luchsen in freier Wildbahn qualitativ hochwertige Fotos zu machen - etwas, was vor ihm keiner geschafft hatte. 170 Luchse leben derzeit in der Schweiz. Laurent Geslin zog für dieses Fotoprojekt extra mit Frau und Kind hierher, in den Neuenburger Jura. Mehr als ein Jahr lang bereitete er sich intensiv vor. Er erhielt dabei die Unterstützung von Wildhütern und Jägern sowie den Forschern des Vereins Kora, die im Auftrag des Bundes das Monitoring der Großraubtiere betreiben.

Peter Dettling ist Naturfotograf aus Sedrun im Kanton Graubünden. Im Jahr 2008 glückte es ihm, in seiner Heimat im Vorderrheintal einen ersten rückkehrenden Wolf zu fotografieren. Ihm gelang damit die erste Fotografie überhaupt eines wildlebenden Wolfes in der Schweiz. Seither hat ihn die Faszination für dieses Tier nicht mehr losgelassen. Seit 2013 beobachtet Peter Dettling die Calanda-Wolfsfamilie - das erste Schweizer Wolfsrudel auf Schweizer Boden nach weit über 100 Jahren, eingewandert aus Italien.

David Bittner ist Biologe, Bärenforscher und Fotograf aus Schlossrued, Aargau. Seit 13 Jahren verbringt er fast jeden Sommer in der Wildnis in Alaska und lebt dort mit den Grizzlys. Bittner hat persönliche Beziehungen zu einzelnen Bären aufgebaut - Wildtier und Mensch kennen einander. Bittners Interesse gilt immer mehr dem Alpenbraunbär. Über ein Dutzend junge Männchen streiften in den letzten Jahren durch die Schweiz - Bären, die aus dem italienischen Trentino kommen.

Alle drei verstehen sich als Vermittler, suchen die Zusammenarbeit mit Behörden und Verbänden. Keinem der drei geht es um das schnelle Bild. Vielmehr wollen sie mit ihren Reportagen aufklären, vermitteln, Interesse wecken. Denn sie wissen: Was man nicht kennt, verursacht Skepsis und Ängste. Ihr Anliegen ist deshalb, ein möglichst konfliktfreies Zusammenleben von Raubtier, Mensch und Nutztier zu ermöglichen..

 

Donnerstag, 27. Dezember, 3sat, 12.55 Uhr

 

Der Prinz der Alpen

 

Es ist das imposanteste Schauspiel des Jahres in den Alpen: die Brunft des Rotwildes. Die stärksten Hirsche versammeln einen Harem und verteidigen ihn gegen Rivalen. 
Die Dokumentation begleitet ein Hirschkalb durch das erste Jahr seines Lebens. Sie beginnt mit den ersten Lebenstagen, schildert die weiten Wanderungen mit seiner Mutter, das Zusammenleben im Rudel und den Überlebenskampf des Wildes im Winter. 

 

Freitag, 28. Dezember, 3sat, 5.40 Uhr

 

Wilde Tiere vor der Haustür

Waschbär, Wildschwein und andere Nachbarn

 

Die Reportage von Ulli Rothaus begleitet Derk Ehlert, den Wildtierexperten des Berliner Senats, bei dessen denk- und merkwürdigen Begegnungen mit Mensch und Tier.

Denn wo Menschen auf Tiere treffen, gibt es schnell Ärger. "Die Menschen wohnen gern im Grünen, am Stadtrand – und dann wundern sie sich, wenn plötzlich ein Wildschwein den Vorgarten umwühlt oder ein Waschbär den Dachboden in Beschlag nimmt", sagt Ehlert.

Zwischen Mensch und Tier zu schlichten – das ist sein Job. Er geht fast täglich auf Tour, um aufzuklären, zu beruhigen, aber auch um Tierfreunde vom Füttern abzuhalten. Oft verlangen empörte oder verängstigte Bürger von ihm ein "hartes Durchgreifen": Er soll den Fuchs im Garten erschießen, der die niedlichen Kaninchen frisst, oder das Wildschwein, das sich im Sandkasten suhlt.

Auch für wilde Vierbeiner ist Berlin die Hauptstadt: Neben 3,5 Millionen Menschen leben in Berlin geschätzt 5000 Wildschweine, 3000 Kaninchen, 2000 Marder, 1800 Füchse, 800 Waschbären – die "Big Five" der deutschen Städte, wie Derk Ehlert sie nennt. Berlin ist ein Zoo ohne Zaun, die Stadt gilt als artenreichste Europas.

Die Tiere erobern die Stadt. Kein Wunder – unsere Städte sind oft umgeben von öden, agrarindustriell geprägten Flächen, die ihnen kaum noch Nahrung bieten. Dagegen sind die vollen Mülltonnen in der Stadt für Tiere wie Supermärkte. Die Folge: Immer öfter sind unsere wilden Mitbewohner im Stadtbild zu sehen. Waschbären spazieren seelenruhig über Kreuzberger Dächer, Biber nagen an den Weiden im berühmt-berüchtigten Görlitzer Park, und direkt hinter dem Kanzleramt spielt seelenruhig eine Fuchsfamilie.

Nicht alle Zweibeiner sehen das mit Freude: Aufgebrachte Eigenheimbesitzer werfen mit Spaten nach Wildschweinen, die ihre frisch bepflanzten Vorgärten zerwühlen. Besorgte Eltern haben Angst vor Tollwut und Fuchsbandwurm, aufgeregte Städter sehen jeden Waschbären als Problembären – und die Kinder füttern den Fuchs mit Pommes. Auf der anderen Seite ziehen Berliner mit viel Mühe wilde Feldhasen auf, füttern aus dem Nest gefallene Mauersegler durch und kümmern sich um kranke Krähen im Schrebergarten.
 

 

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